Die Corona-Maßnahmen lockern sich mehr und mehr. Inzwischen hat es schon länger keine Brief-Bestellung mehr gegeben.  Über 30 Briefe habe ich geschrieben. Es war wunderschön, in diesem außergewöhnlichen Frühjahr, die Für mich da – Briefe zu schreiben. Meistens lag ich am Boden in meiner Wohnung, in der Sonne. In einem ruhigen Moment. Meine Gedanken gingen hin zu dem Menschen, für den der Brief bestimmt war.

Oftmals war es ein Geschenk für einen nahe stehenden Menschen. Für die Mutter oder den Vater, die/der weiter weg wohnte und gerade wenig Kontakt zur Außenwelt haben konnte. Oder für eine Freundin, die es zu dem Zeitpunkt besonders schwer hatte, und der liebevolle Worte zukommen sollten. Manchmal auch für das eigene Kind, den Teenager oder für den Lebenspartner. Immer ging es um Zuspruch, Anerkennung, Wertschätzung und Fürsorge. In einer Zeit, die für uns alle neu und ungewiss war. Und ja, auch weiterhin ist, anders halt.

Teilweise gab es konkrete Anliegen. Ich bekam sehr persönliche Geschichten anvertraut, die mich jedes Mal sehr berührten. Manche Menschen haben sich selbst mit einem Für mich da – Brief beschenkt. Einfach so. Ohne Worte. Manchmal auch mit ganz konkreten Fragen, auf die ich Antworten suchen durfte.

Jeder handgeschriebene Brief hat mich selbst beglückt. Den Brief zu schreiben. Die 9 Selbstfürsorge Tipps für die Zeiten von Corona zu falten und die bunten Für mich da Aufkleber einzutüten. Adresse und Absender drauf und zum Postkasten. Klack-kling-kling, das Geräusch beim Einwerfen des Briefes oder mehrerer Briefe – ein letztes Loslassen.

Wochen später erreichten mich dann überraschenderweise wunderschöne Postkarten, liebevoll gestaltete Briefe und Mails. Antworten von einigen Menschen, die den Für mich da – Brief erhalten hatten. Diese Resonanz und die warmen, fürsorglichen Zeilen an mich erfüllten mich mit großer Dankbarkeit. Und ein paar Tränen.

Diese Briefe zu schreiben, in einer auch für mich wahnsinnig ungewissen, lähmenden, seltsamen Zeit, hat mir große Freude bereitet. Und – ich weiß wirklich nicht, was schöner ist – dieses  Projekt hat mir einen Großteil meiner Mietkosten gedeckt und mich nachts wieder besser schlafen lassen.

Ich danke Euch von Herzen!

 

Foto: Vivian Mary Pudelko