Wir sind schon mittendrin. Mittendrin in der Vorweihnachtszeit. Und mit jedem Tag rückt Weihnachten näher. In freudvoller Erwartung? Mit zunehmender Aufregung? Oder eher in angstvollem Staunen – gar in bedrohlicher Vorahnung?

Die Weihnachtstage sind besonders und oftmals auf eigene Art und Weise sehr intim. Bedürfnisse und Erwartungen drängen an die Oberfläche, Erinnerungen an vergangene Festtage werden wach. Und möglicherweise schieben sich Differenzen, schiebt sich lang Zurückgehaltenes aus unseren Beziehungen in den Vordergrund. Das ist so. Das darf sein.

Ganz egal welche Empfindungen auftauchen, wenn wir an Weihnachten denken: diese Tage im Jahr bieten die Möglichkeit sich zu öffnen. Für die Stille, die Intensität, das Leben mit all seinen Facetten. In uns, in unseren Familiengeflechten, in den Beziehungen zu unseren Freunden und Freundinnen.

Ein treuer Begleiter auch an diesen Festtagen ist der Atem. Der Atem kommt von selbst und geht von selbst. Darauf können wir uns verlassen. Je besser wir den Atem kennen, je vertrauter wir mit ihm sind, desto kraftvoller und unterstützender kann er für uns sein. Einatem und Ausatem.

Das bewusste Atmen wird zu einem Ruhepunkt. Zwischendurch tief durchzuatmen lässt Weite und Raum entstehen, wo vielleicht gerade noch Empfindungen von Enge und Starre waren.

Der Atem ein Anker. Ein Anker in uns selbst inmitten von aufwallenden Emotionen, Gedanken, Begegnungen, Erinnerungen.

Wir sind schon mittendrin.

Einatmen –

sich gegenüber dem Wunder dieser besonderen Tage im Jahr öffnen.

Und ausatmen –

loslassen, was schwer, eng und ängstlich macht.

Ich wünsche Euch allen stille und friedvolle Weihnachten.

Vivian Mary Pudelko

 

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